Die Zerbrechlichkeit des Lebens…



Es gibt zwei Möglichleiten, damit umzugehen, wenn man der Zerbrechlichkeit des Lebens gegenüber steht. Entweder, man zerbricht selbst daran, oder man erkennt den wahren Wert des Lebens!



 

Der Tod. Der ständige Begleiter des Lebens. Heute hat er einen guten Tag gehabt. Als ich aufgestanden bin, lag neben meinem Bett eine Babymaus. Meine Nachbarin hatte sie neulich unserer Hündin abgenommen und die kleine erholte sich ungewöhnlich gut und schnell. Am Samstag ist sie mir dann leider entwischt (Ich habe ihr eine neue Wärmflasche und Aufzuchtsmich geben wollen aber die kleine ist blitzschnell an meinem Arm hoch und weg gehüpft…). Ich habe meine Wohnung auf den Kopf gestellt und sie schließlich hinter meinem Kühlschrank entdeckt. Unerreichbar. Ich habe ihr alles nötige dort hingetan aber auch eine Lebendfalle auf gestellt…ohne Erfolg…letzte Nacht hat Schnecki sie erwischt und freundlicher Weise für mich vor mein Bett gelegt…sie hatte ja gesehen, wie verzweifelt ich versucht habe, die Kleine zu fangen. Das ich sie lebend wollte war dabei wohl eher neben Sache…

Von draußen war Sirenen artiges Pipsen zu hören…ein einzelnes Küken, knapp zwei Wochen alt…die Mutter nirgends zu sehen, alle anderen Hühner noch im Stall. Juhuu…der Fuchs ist heute Nacht zumindest satt geworden. Die Henne hatte mit ihrem kleinen draußen geschlafen. Uns ist es nicht auf gefallen – ihm schon.

Also erstmal dem Kleinen hinterher, dass in Panik über den Hof gerannt ist bis ich es an den Füßen unter dem Holzstapel hervor gezogen habe. Nicht schön – aber notwendig. Es zerreißt einem wirklich das Herz wenn so ein kleines in Todesangst vor einem davon läuft.

Das Kleine <3

 

Aber nun…auf zur Arbeit. Küken und Enten dürfen mitkommen! Die Enten waren schon am Freitag mit dabei – durften nicht ins Gebäude und mussten viel in ihrer Kiste sitzen, hatten aber auch jede Menge Freude mit den Kindern und waren deutlich zufriedener als am Donnerstag in meinem Badezimmer (Sie haben dort dauerhaft gepiept wenn niemad bei ihnen war bis meine Mutter sie zu sich in die Küche geholt hat – was eigentlich nicht geplant war).

Alles wunderbar, Kinder und Enten vertragen sich, Küken erholt sich langsam von seinem Schock. Nach einem kleinen Spaziergang sitzen die Kinder vor der Tür der Einrichtung auf einer Wiese während die Enten munter um sie herum flitzen, Fliegen fangen, Plantschen und sich ab und zu einen Platz auf einem Kinder-Schoß zum aufwärmen und kuscheln suchen. Ich gehe kurz rein aufs Klo, auf dem Rückweg kommt mir ein aufgelöstes Mädchen entgegen – ein Hund hat in ein Entchen gebissen! Maximal fünf Minuten war ich weg und als ich wieder komme liegt mein kleines „Punkti Motti“ im sterben. Der Hund gehörte zu eine Spaziergängerin und ihr war wohl die Leine aus der Hand gerutscht…jeden Falls rief sie so etwas wärend sie ziemlich schnell verschwand…nun…zu helfen war der Kleinen eh nicht mehr…innerhalb von ein paar Minuten ist sie in meinen Händen gestorben. Ich kann es echt nicht glauben. Gerade hatte ich angefangen mich langsam sicher zu fühlen…ihre kritische Zeit war vorbei, vom leichten Wasserkopf keine Spur mehr, sie wuchs und war aktiv. Die ewigen Stunden des päppeln und bangen schienen sich auszuzahlen. Ich war so dankbar, sie mit zur Arbeit nehmen zu können. Und dann DAS…

Den Tag haben wir damit verbracht, dass erlebte zu verarbeiten und jetzt bin  ich echt durch…manchmal ist es wirklich hart. Ehrlich. Es ist so schwer, immer und immer wieder von vorne anzufangen. Die Kleinen immer und immer wieder in sein Herz zu lassen…

Ich habe in der letzten Zeit an einem Video gearbeitet, mit dem ich zeigen wollte, wie inspirierend kleine Enten sind und wie viel wir von ihnen lernen können…aber gerade fühle ich mich, als würde ich eine neue Auflage von „Game of Thrones“ verfilmen, weil alle meine Hauptcharaktere sterben…Aber vielleicht sollte ich es auch erstrecht deswegen tun…den eins muss man der kleinen Motte lassen – sie hat ihr Leben gelebt und voll aus gekostet. Bis wenige Augenblicke vor ihrem Tod hat sie jeden einzelnen Moment gewürdigt und das beste aus allem raus geholt. Sie hat alles probiert, was sie probieren wollte (ja, das meine ich wörtlich! Sie weiß sogar, wie der Staub in jeder einzelnen Ritze meiner Wohnung schmeckt 😀 ) und sich von nichts aufhalten lassen bei ihrer Mission, das Leben in vollen Zügen zu genießen.

Kleine Motti <3

Den kleine „Flitze Matti“ hatt das ganze ebenfalls sehr mit genommen. Da Motti älter war als er, kannte er bisher noch kein Leben ohne sie und war den Nachmittag über ziemlich verzweifelt. Auch ihr kleiner, toter Körper hat ihn vorhin nochmal sehr beschäftigt und er hat sie sicherlich fünf Minuten lang angeschnäbelt. Langsam findet er sich aber damit ab, dass sein neuer Begleiter jetzt ein kleines, seltsames Huhn ist. Wir werden sehen, wie es weiter geht…

Armer, kleiner Matti – ganz alleine 🙁

Beim Abendbrot in meiner Dusche mit neuer Begleitung…

Abschied nehmen….

Ich hoffe, ihr hattet einen schöneren Tag und vergesst im Alltagschaos nicht, das Leben zu genießen!

 

 

 

2 Kommentare

  1. HANNAH✨

    Ich finde es so wundervoll wie viel du für die kleinen gibst
    Punkte Motti hat noch ein wundervolles Leben vor sich, was im Entenhimmel noch viel schöner seien wird✨

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